Kinder werden gefordert und gefördert

Der tägliche Aufenthalt in der freien Natur unterstützt eine positive Entwicklung der kindlichen Motorik und Wahrnehmung in den Bereichen Grob- und Feinmotorik, Koordination, Wahrnehmung und Tiefensensibilität. Befürchtungen, der Übergang vom wilden Waldleben in den zivilisierten Schulalltag könnte Waldkindern schwerfallen, haben sich nicht bestätigt. Eine Befragung von Grundschullehrern ergab, dass gerade diese Kinder weniger Probleme mit Ruhigsitzen und Konzentration haben. Der Studie zufolge sind Kinder, die einen Waldkindergarten besucht haben, auf schulische Anforderung besser vorbereitet als Kinder, welche einen Regelkindergarten besucht haben. Alle pädagogischen Ziele eines Regelkindergartens sind auch in einem Waldkindergarten erreichbar, aber „darüber hinaus noch viel viel mehr!“


Bei diesem „mehr“ geht es nicht nur um einen anderen Umgang mit Natur. Vielmehr werden besonders die Konzentrationsfähigkeit und das „Zuhören können“ entwickelt, sowie das Sozialverhalten positiv beeinflusst.

Kinder im Waldkindergarten haben weniger Unfälle und fallen sicherer. Beim täglichen Spiel wird möglichen Haltungsschäden vorgebeugt, denn der Bewegungsraum “Wald” stellt vielfältige Anforderungen an den Körper. Alle Teile der Muskulatur werden beansprucht, so dass sie sich gleichmäßig ausprägt und den Knochenbau in ausgewogener Weise unterstützen kann. Vor allem Unebenheiten fördern die Balance und somit eine gute, aufrechte Haltung.


Da die meisten Waldkindergärten konzeptionell kein konventionelles Spielzeug mit „vorgeschriebener“ Bedeutung nutzen und die Kinder mit Naturgegenständen spielen, wirkt sich die Waldpädagogik auch auf die Sprachentwicklung unterstützend aus, weil sich die Kinder über Bedeutung von Gegenständen und das Spielgeschehen häufiger verbal austauschen.


Besonders hervorzuheben ist der soziale Zusammenhalt in der Gruppe, da man im Wald aufeinander angewiesen ist. Die Kinder lernen einander zu helfen und aufeinander zu warten. Der Kindergarten ohne “Tür und Wände“ bietet offenen Raum. Die Stille im Wald hat einen unschätzbaren Wert. Sie beugt Aggressionen vor, fördert das Konzentrationsvermögen und letztendlich die seelische Stabilität. Im Waldkindergarten sind Kinder und Pädagogen generell weniger lärmbelastet als in geschlossenen Räumen. Man schließt auf einen Zusammenhang zwischen Lärmbelastung im Kindergarten und erhöhtem Stress bei Kindern und Erziehern.


Festgestellt wurden auch positive Auswirkungen auf das Immunsystem von Kindern und Erziehern durch den stundenlangen Aufenthalt im Freien. Frischer Luft und voller Lebensfreude “Wind und Wetter“ ausgesetzt zu sein, stärkt das Immunsystem am besten und beugt Allergien vor.


Im Wald kann man die Natur ganz bewusst und hautnah erleben. Die Kinder lernen, in der Natur zu leben und sorgsam mit ihr umzugehen. Riechen, Fühlen, Hören, Sehen, Schmecken – im Wald werden alle Sinne der Kinder natürlich und vielseitig angeregt. Er ist ein idealer Platz, Neugierde und Forschergeist auszuleben, zu spielen, toben, träumen, staunen, lachen und zu matschen. Die Phantasie hat freien Lauf. Im Wald gibt es kein vorgefertigtes Spielzeug. Die eigenen Erfahrungen mit allen Sinnen geben Selbstwertgefühl und fördern Kreativität und Phantasie der Kinder.